im Rahmen der Veranstaltungsreihe | Ausstellung

"Historische sozialdemokratische Satire 1890 - 1933"

Donnerstag, 24. März 2011 | 19:00 Uhr

„Was darf Satire?
Und was darf man gegen sie unternehmen?"

Mit Dr. Reiner Marx
 

Eintritt frei

 

Satire ist nicht nur Komik und Parodie, sondern auch Angriff und Mittel der Kritik.
Was aber darf Satire?
Alles“, meinte einst Kurt Tucholsky. Oder doch nur, was legal und gesellschaftlich akzeptiert ist?
Satiriker haben nicht viel Spielraum und werden oft angefeindet. Was als lustig empfunden wird, ist von Land zu Land unterschiedlich.
Auch in den saarländischen Politik-Niederungen tut sich Satire schwer. Besonders konservativen Politikern scheint das Satire-Erkennen-Organ komplett zu fehlen.
Beispiel: Ein CDU-Fraktionsvorsitzender in Homburg regt sich über einen satirischen Artikel auf, der bestehende Baulücken und unsinnige Bauvorhaben zum Thema hat und fordert Entlassung des Redakteurs.
Ein Völklinger Oberbürgermeister, ebenfalls CDU, „behält sich eine Anzeige vorgegen denjenigen, der ihn via Aufkleber alsKäpt‘n Klaus“ bezeichnet, weil er 15 Mio. öffentliche Gelder in ein städtisches Fischzuchtunternehmen steckte, ohne dass darin jemals ein Fisch das Licht der Welt erblickt hätte.
Dabei gelten beide Politiker als sehr humorig, werden selbst außerhalb der fünften Jahreszeitab und an- stützend und lachend nach Hause chauffiert.
Aber über Satire lachen? Keine Spur.

Der Nichtmediziner DR. Reiner Marx präsentiert anlässlich der Ausstellung satirischer Plakate Beispiele an freiwilliger und unfreiwilliger Satire und wird dabei analytisch der Frage nachgehen, warum Satire von den im Grundsatzfröhlichen Saarländernnur in Ausnahmen akzeptiert wird und dieses Phänomen nicht mit der Trinkwasserzusammensetzung erklärt werden kann.

 

in Kooperation mit Netzwerk e.V.

Rosa-Luxemburg-Stiftung/RB Saarbrücken

Peter-Imandt-Gesellschaft e.V.